KI im Job: Offiziell auf der Bremse, im Alltag längst auf der Überholspur
Lesedauer ‚KI im Job: Offiziell auf der Bremse – im Alltag längst auf der Überholspur‘: 5 Minuten | Julia Joist, KI-gestützt
Offiziell geht es mit Künstlicher Intelligenz in vielen Unternehmen noch eher vorsichtig voran. Strategien werden entwickelt, Leitlinien diskutiert, Pilotprojekte geplant. In der Realität ist KI allerdings längst Teil des Arbeitsalltags – oft still und leise.
Eine aktuelle KPMG-Studie zeigt: 57 % der Mitarbeitenden nutzen KI heimlich. Gleichzeitig geben 56 % an, dabei bereits Fehler gemacht zu haben, weil KI-Ergebnisse ungeprüft übernommen wurden. Das wirft Fragen auf. Geschieht das aus Bequemlichkeit oder aus Berechnung?
Meistens nicht.
Wenn Erwartungsdruck auf fehlende Orientierung trifft
Was sich hier zeigt, ist ein typisches Spannungsfeld:
Auf der einen Seite stehen steigende Anforderungen an Tempo, Effizienz und Anpassungsfähigkeit.
Auf der anderen Seite die Sorge vieler Mitarbeitenden, technologisch abgehängt zu werden.
Gleichzeitig fehlen in vielen Organisationen noch klare Regeln, Trainingsangebote und ein gemeinsames Verständnis, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann. Wer im Alltag leistungsfähig bleiben will, sucht sich dann eigene Wege – häufig mit frei verfügbaren Werkzeugen, ohne klare Leitplanken oder Sicherheit im Umgang mit Ergebnissen.
Experten sprechen in diesem Zusammenhang von der sog. ‚Shadow Productivity Economy‘ – einer inoffiziellen Nutzung von KI, die Produktivität fördern kann, aber auch Risiken birgt, etwa in Bezug auf Qualität, Datenschutz oder Verantwortung.
Das eigentliche Risiko liegt nicht in der Nutzung, sondern im Umgang
Das zentrale Problem ist also nicht, dass KI genutzt wird. Sondern, dass sie ohne Orientierung, ohne Überprüfung und ohne gemeinsames Verständnis eingesetzt wird.
Wer trägt Verantwortung für Ergebnisse? Was darf in KI-Werkzeuge eingegeben werden? Und wie lassen sich Ergebnisse realistisch einschätzen, statt sie ungeprüft zu übernehmen? Diese Fragen bleiben häufig unbeantwortet – und genau dort entstehen Unsicherheiten.
KI im Job: Orientierung schaffen statt Neugier bremsen
Verbote oder reine Kontrolle greifen hier zu kurz. Denn die heimliche Nutzung zeigt vor allem eines: Mitarbeitende sind bereit, sich mit KI auseinanderzusetzen. Diese Bereitschaft ist eine wichtige Grundlage für jede weitere Entwicklung. Was es braucht, ist Orientierung. Strukturierte Einordnung, gemeinsame Leitplanken und die Möglichkeit, den Umgang mit KI bewusst zu erlernen, helfen dabei, Risiken zu reduzieren und Potenziale sinnvoll zu nutzen.
An dieser Stelle hat sich aus unserer Erfahrung ein KI-Führerschein als sinnvoll erwiesen. Nicht als technisches Spezialtraining, sondern als kompakte Einführung, deren Ziel es ist, Mitarbeitenden Sicherheit, Wissen und konkrete Fähigkeiten im Umgang mit KI zu vermitteln – damit KI nicht heimlich, sondern reflektiert und verantwortungsvoll genutzt wird.
Fazit
KI ist längst im Arbeitsalltag angekommen – ob offiziell oder nicht. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob Organisationen sich damit beschäftigen sollten, sondern wie bewusst und sicher der Umgang gestaltet wird. Wer Orientierung bietet und Lernen ermöglicht, nimmt Unsicherheit aus dem Thema. Und schafft die Grundlage dafür, dass KI im Job nicht zur Schattenwirtschaft wird, sondern zu einem echten Unterstützungswerkzeug im Arbeitsalltag.
Wenn Sie Fragen rund um den Einsatz von KI im Arbeitsalltag haben, sich unsicher sind, wie Sie mit dem Thema im Unternehmen aktuell umgehen könnten oder einfach einen Austausch auf Augenhöhe sucht: Wir stehen gerne für Gespräche und Fragen zur Verfügung.
Weiterführende Informationen: KI Readiness | KI-Strategie und Implementierung
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